Banken verlangen also für das Nichtabrufen der Darlehensanteile Zinsen – die sogenannten Bereitstellungszinsen.
Diese Zinsen werden monatlich auf den noch nicht ausgezahlten Restbetrag des Kredits berechnet, der bei der Bank verbleibt.
Wenn wir zum Beispiel einen Darlehensbetrag von 300.000 Euro erhalten, wird dieser in Teilbeträgen entsprechend der Baufortschritte ausgezahlt.
Oft wird mit den Banken vereinbart, dass der Bereitstellungszins in den ersten Monaten ausgesetzt wird – die sogenannte „bereitstellungszinsfreie Zeit“.
Der Bereitstellungszins liegt meist zwischen 2 % und 4,5 % p.a. (p.a. = „per annum“, also „pro Jahr“).
Wenn wir den Durchschnitt von 2 % bis 4,5 % heranziehen, sind das 3,25 % p.a. Dieser Wert wird auf 12 Monate heruntergerechnet, was 0,271 % pro Monat ergibt.
Darüber hinaus gibt es noch die Sollzinsen, die das zweite Sparpotenzial darstellen.
Sollzinsen werden ebenfalls monatlich berechnet, jedoch auf den Betrag, den wir bereits von der Bank ausgezahlt bekommen haben.
Zusätzlich zu diesen Zinsen kommt das Wichtigste für euch hinzu – die Tilgung des Kreditdarlehens.
Die Tilgung des Darlehens bedeutet, dass ihr die Kreditsumme senkt und somit eure Schulden reduziert. Die Tilgung wird prozentual und pro Jahr berechnet. Meistens beginnt die Tilgung des Darlehens, sobald der komplette Kreditbetrag ausgezahlt worden ist.
Das bedeutet, dass wir, bis der gesamte Kreditbetrag ausgezahlt ist, den Kredit noch nicht tilgen.
Somit handelt es sich bei den gezahlten Zinsen in dieser Zeit um „verlorenes“ Geld.
Natürlich dürfen wir nicht vergessen, dass ohne den Darlehensgeber das Traumhaus nicht realisiert werden kann.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die monatliche Rate eures Darlehensvertrags hängt von folgenden Faktoren ab:
- Den Bereitstellungszinsen,
- Den Sollzinsen,
- Und der Tilgung.
Somit ist auch die Darlehenshöhe ebenfalls ein entscheidende Punkt dafür, wie hoch eure monatlichen Raten sein werden.
Im Folgenden wird ein Beispiel eines Kreditfalls dargestellt, um zu verdeutlichen, wie viel Geld die Bereitstellungszinsen und die Sollzinsen durchschnittlich ausmachen.
Wir fassen zusammen:
- Gut vorbereitete Unterlagen sind notwendig, um eine Verhandlungsbasis zu schaffen und dadurch Geld zu sparen.
- Der Immobilienkredit wird schrittweise ausgezahlt, und für die Auszahlung verlangen die Banken Nachweise.
- Das erste Sparpotenzial liegt in den Bereitstellungszinsen.
- Es gibt oft eine „bereitstellungszinsfreie Zeit“.
- Der Bereitstellungszins wird monatlich auf den Betrag berechnet, der noch nicht an uns ausgezahlt worden ist.
- Der Sollzins wird ebenfalls monatlich berechnet, jedoch auf den Betrag, den wir bereits von der Bank erhalten haben.
- Die monatliche Rate des Darlehens wird auf Grundlage der Bereitstellungszinsen, der Sollzinsen, der Tilgung und der Darlehenssumme berechnet.