Kommen wir nun von den Bereitstellungszinsen zu den Sollzinsen, die über die gesamte Laufzeit des Darlehens an den Darlehensgeber gezahlt werden.
Leider kann man den Sollzins, anders als den Bereitstellungszins, nicht vollständig aus dem Vertrag herausverhandeln – die Banken möchten schließlich auch etwas verdienen.
Was sind überhaupt Zinsen?
Zinsen sind der Ertrag, den der Darlehensgeber für das verliehene Geld erhält. Das bedeutet, dass der Geber eines Darlehens für das verliehene Geld eine Vergütung bekommt. Bei den Sollzinsen handelt es sich somit um den Verdienst des Darlehensgebers.
Beim Sollzins haben wir jedoch ein Mitspracherecht bei der Sollzinsbindung (je länger, desto besser) und/oder bei der Höhe des Sollzinses selbst. Die Höhe des Sollzinses beeinflussen wir durch die Höhe unseres eingebrachten Eigenkapitals. Dazu später mehr.
Um euch den preislichen Unterschied zwischen den Sollzinsen verschiedener Finanzdienstleister zu verdeutlichen und zu zeigen, wie viel Geld ihr sparen könnt, haben wir zwei Beispiele berechnet:
Beispiel 1
Kreditbetrag: 450.000 Euro
Sollzins: 2,3 %
Tilgung: 2 %
Gesamtbelastung: Sollzins (2,3 %) + Tilgung (2 %) = 4,3 %
450.000 x 0,043 = 19.350 Euro pro Jahr oder monatlich 1.612,50 Euro
Beispiel 2
Kreditbetrag: 450.000 Euro
Sollzins: 2,8 %
Tilgung: 2 %
Gesamtbelastung: Sollzins (2,8 %) + Tilgung (2 %) = 4,8 %
450.000 x 0,048 = 21.600 Euro pro Jahr oder monatlich 1.800 Euro.
Das ergibt monatlich 187,50 Euro an Mehrkosten ohne zusätzlichen Nutzen!
Das bedeutet, dass ihr pro Jahr 2.250 Euro mehr bezahlt. Nach 10 Jahren sind das 22.500 Euro, nach 20 Jahren 45.000 Euro und nach 30 Jahren habt ihr insgesamt 67.500 Euro mehr bezahlt. Und das natürlich nur, wenn die Sollzinsen über 30 Jahre konstant bleiben.
Lohnt es sich also, zu verhandeln?





